Patienten und ihre Medikamente: manchmal ein Problem!

Medikamente gibt es für zahlreiche gesundheitliche Probleme und oft ist es sinnvoll, sie zu verschreiben. Aber Medikamente können für Versicherungen wie Versicherte sehr ins Geld gehen, insbesondere in der Schweiz. Wie Versicherer dafür sorgen, dass sie und ihre Versicherten dennoch sparen, zeigt aktuell der Krankenversicherer Helsana in der November-Ausgabe seines Magazins Senso.

Preisfragen

Medikamente in der Schweiz sind vergleichsweise teuer, berichtet der Versicherer im Kundenmagazin. Das belastet einerseits die Krankenkassen: Sie gaben im Rahmen der Grundsicherung 2014 insgesamt 5,8 Milliarden Franken aus, heißt es im Magazin weiter. Die Kosten für Medikamente stehen laut Helsana für über „20 Prozent der Leistungskosten in der Grundversicherung“.

Aber natürlich sind nicht nur die Krankenkassen belastet, sondern oft auch die Versicherten selbst. Wird die Franchise überschritten, zahlt der Versicherte bei Medikamenten im Normalfall 10% der Kosten selbst und das bis zu einer Höhe von 700 Franken. Bei Medikamenten gibt es folgende Sonderregelung: Entscheidet sich der Patient für ein Medikament, „das durch in der Spezialitätenliste aufgeführte Medikamente austauschbar ist“, die in einem bestimmten Ausmaß günstiger sind als das verschriebene Medikament, dann erhöht sich der Selbstbehalt auf 20%.

Nur, wenn ein Arzt das Originalpräparat aus medizinischen Gründen statt des preisgünstigeren Generikums verschreibt, bleibt es bei 10%. Welche Medikamente von diesen Regeln betroffen sind, steht in der jeweils aktuellen Spezialitätenliste, die man auf der Website des Bundesamtes für Gesundheit herunterladen kann.

Der Anteil des von Versicherten selbst gezahlten Anteils an den medizinischen Gesamtkosten ist in der Schweiz relativ hoch. Laut Schweizerischer Ärztezeitung (Ausgabe vom 30.09.2015) auf Basis von Zahlen der OECD lag der Anteil der Selbstzahlungen am Total der Gesundheitsausgaben 2013 in der Schweiz bei 26%. Im Vergleich zu Mexiko (45,2%) ist das eher wenig, verglichen mit Deutschland (13%) und Italien (18.8%) aber viel. Medikamente tragen einiges dazu bei, den Eigenanteil der Versicherten zu steigern.

Versicherer helfen beim Sparen

Wie Versicherer dafür sorgen, dass Medikamentenkosten für sie selbst wie für Patienten niedriger werden, zeigt Helsana im Artikel „Shopping im Medikamentenland“. So können Versicherte mit einer Grundversicherung bei Helvetia Medikamente per Partnerversandapotheke günstiger beziehen und haben bisweilen Anspruch auf kostenlose Zusatzleistungen wie Verbrauchsmaterial oder telefonische Therapieunterstützung.

Damit Vergünstigungen möglich sind, verhandeln Daniela Zimmermann-Fehr, Leiterin Leistungseinkauf Pharma und Medizinprodukte bei Helsana, und ihr Team laut Magazin Senso „mit ausgesuchten Partnern im Schweizer Gesundheitsmarkt“ wie Arzneiherstellern, Ärzten und Apothekern. Helsana-Versicherte können Medikamente bei Mediservice, xtrapharm und Zur Rose vergünstigt beziehen, wodurch Einsparungen von fast sieben Millionen Franken/Jahr entstehen.

Zusatzversicherungen übernehmen weitere Kosten

Der Abschluss passender Zusatzversicherungen kann für eine erweiterte Übernahme von Medikamenten-Kosten durch Versicherer sorgen. So bietet etwa die Helsana Krankenpflege-Zusatzversicherung TOP auch eine Kostenübernahme bei nichtkassenpflichtigen Medikamenten, deren Kosten nicht von der Grundversicherung übernommen werden.

Andere Versicherer haben ähnliche Zusatzversicherungen im Angebot, wobei alleine die erweiterte Kostenübernahme bei Medikamenten den Abschluss meistens noch nicht lohnt. Sind aber mehrere der von einer Zusatzversicherung gebotenen Leistungen interessant, ist der Abschluss der Versicherung eine Option.