Stiftung für Konsumentenschutz warnt vor Phishing

Die Schweizer Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) warnt in einem neuen Merkblatt vor Phishing. Gemeint sind Versuche Krimineller, via E-Mail und Schadsoftware Daten von Computern fremder Leute abzugreifen, um beispielsweise mit ihnen betrügerisch einzukaufen oder Geld abzuheben.

Zwar hat die Schweizerische Koordinationsstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (KOBIK) in ihrem letzten Bericht (2014) eine gesunkene Zahl gemeldeter Phishing-Aktivitäten verzeichnet. Dennoch sind solche Aktivitäten weiterhin nicht selten. Deshalb gibt die Stiftung für Konsumentenschutz im Merkblatt Tipps, wie man Phishing-Mails erkennt, wie man mit ihnen umgeht und was man machen sollte, wenn man bereits auf eine Phishing-Mail hereingefallen ist. Für diesen Fall bieten auch Versicherer mit passenden Rechtsschutzversicherungen Hilfe.

Phishing – Abzocke per E-Mail und Internet

„Die Opfer werden in den Mails dazu aufgefordert, sensible Daten entweder direkt in einer Antwort-Mail zu senden oder auf einen Link klicken und sich dort – auf einer gefälschten Webseite – mit Benutzername und Passwort einzuloggen. Als Absender werden Banken vorgetäuscht oder beliebige andere Anbieter, bei welchen man sich mit Benutzerdaten einloggen muss.“

So beschreibt die Stiftung für Konsumentenschutz, wie Betrüger mit Phishing-Mails versuchen, Empfänger zur Herausgabe sensibler Daten zu bewegen. Um sich vor einem Betrug zu schützen, rät das Merkblatt „Phishing – Abzocke per E-Mail und Internet“ der Stiftung unter anderem:

  • unaufgefordert zugesendeten Mails zu misstrauen,
  • verdächtige Mails zu löschen
  • und sich nicht auf externen Webseiten, auf die man über Links in solchen Mails gelangt, einzuloggen, selbst wenn sie echt aussehen.

Wer eine Mail erhalten hat, die er für eine Phishing-Mail hält, sollte sie auf Antiphishing.ch melden, damit Andere vor solchen Mails gewarnt werden können. Antiphishing.ch ist ein Angebot der Schweizer Melde- und Analysestelle Informationssicherung MELANI und ermöglicht auch das Melden verdächtiger Websites.

KOBIK Zahlen zum Phishing in der Schweiz

Zahlen zu gemeldeten Phishing-Versuchen in der Schweiz liefert der Jahresbericht 2014 der Koordinationsstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität KOBIK. Laut KOBIK-Bericht gab es 2014 insgesamt 2.021 Phishing-Meldungen, was gegenüber dem Vorjahr ein Minus um 8,5% bedeutet. Allerdings stehen die 2.021 Fälle für 19,8% aller Meldungen bei KOBIK, was sie hinter den weiteren Betrugformen (30,41%) zur zweithäufigsten Art der Meldungen macht.

Übrigens: Für die Absender von Phishing-Mails sind nicht nur EBanking-Dienste und Online-Zahlungsdienstleister interessant, „sondern auch Zugangsdaten für Auktions- und Einkaufsplattformen, Cloud-Speicherdienste, Musik-Download-Seiten und App-Stores für Smartphones“, heisst es im Bericht.

Versicherer bieten Rechtsschutz bei Phishing

Internetnutzer sollten also weiterhin vorsichtig sein, wenn sie im Internet unterwegs sind und unbekannte Mails erhalten. Wer sich für den Schadensfall absichern möchte, kann sich mithilfe von Lösungen schützen, die von Versicherern angeboten werden. So bietet etwa die Groupe Mutuel Privatpersonen ihre Versicherung Legisdigit@ als „Rechtsschutz für die neu durch das Internet und die digitale Datenübertragung entstandenen Risiken“ an.

Die 2013 lancierte Rechtsschutzversicherung greift bei „Streitigkeiten in Zusammenhang mit einem Kauf- oder Verkaufsvertrag im Internet “ sowie bei „Streitigkeiten des Versicherten aus unrechtmässiger Aneignung und Missbrauch seiner Internetidentität in betrügerischer oder böswilliger Absicht“ und bei Streitigkeiten „aus der unrechtmässigen Beschaffung seiner Bank- oder Postkontodaten nach der Skimming-Technik.