AXA Winterthur steigert den operativen Gewinn

Der Versicherer AXA Winterthur hat seinen operativen Gewinn 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 4,7 Prozent auf 896 Millionen Franken erhöht. Der Reingewinn sank jedoch um 5,6% auf 929 Millionen Franken. Und auch das Geschäftsvolumen reduzierte sich: um 4,1% auf 11,1 Milliarden Franken. AXA Winterthur sieht insbesondere „die selektivere Zeichnungspolitik in der Vollversicherung“ als Ursache. „Angesichts des anspruchsvollen Finanzumfeldes blicken wir auf ein erfreuliches Jahr zurück“, beurteilt Antimo Perretta, CEO der AXA Winterthur, die Ergebnisse.

Ergebnisse bei den Schadensversicherungen

Die Bruttoprämien bei den Schadensversicherungen der AXA Winterthur haben sich um 1,3 Prozent auf 3,4 Milliarden Franken reduziert, wobei „sowohl das Privatkunden- als auch das Unternehmensgeschäft abnahmen“, heisst es in der AXA Winterthur Mitteilung zur Studie.  Andreas Krümmel, Leiter Schadenversicherungen beim Versicherer, sieht eine Ursache in einem stark gestiegenen Wettbewerbsdruck insbesondere im Privatkundengeschäft.

Dennoch haben Ursachen wie weniger Grossschäden als im Vorjahr zu einem um 12,4% gestiegenen operativen Gewinn sowie zu einem verbesserten Schaden-/Kostensatz (-3,1 Prozentpunkte) geführt. Einen weiteren Grund dafür sieht Krümmel im konsequenten Fokus der AXA Winterthur auf Effizienz und Kostendisziplin.

Schwierige Marktbedingungen im Einzelleben

Im Einzelleben-Geschäft war der Rückgang des Geschäftsvolumens nochmals deutlich stärker. Es reduzierte sich um 13,7 Prozent auf 1,2 Milliarden Franken, während das Neugeschäft um 11,5 Prozent auf 122 Millionen Franken zurückging.

„Die Unsicherheit an den Kapitalmärkten und die anhaltend tiefen Zinsen erschweren den Absatz von privaten Vorsorgeprodukten“, heisst es bei AXA Winterthur. Trotzdem sieht der Versicherer auch im Einzelleben-Bereich positive Signale.

„Mit einem Neugeschäftsvolumen von 122 Millionen Franken haben wir im Einzelleben eine gute Verkaufsleitung erzielt“, urteilt Thomas Gerber, Leiter Leben der AXA Winterthur. „Ich bin mit unserem Ergebnis sehr zufrieden. Es zeigt, dass unsere Kunden nach wie vor davon überzeugt sind, dass vorsorgen sich lohnt“, fährt er fort.

Kollektivleben bewegt sich in schwierigem Anlageumfeld

Die Bruttoprämien im Kollektivleben reduzierten sich um 3,6 Prozent. Das sei vor allem durch tiefere Einmaleinlagen in der Vollversicherung bedingt, berichtet AXA Winterthur. Im Neugeschäft gab es in einem schwierigen Anlageumfeld einen Rückgang um 17,7%. Im teilautonomen Geschäftssegment erhöhte sich das Neugeschäft von 13 Millionen Franken im Vorjahr auf 46 Millionen Franken im 2015. Thomas Gerber kommentiert: „Die markante Zuwachsrate zeigt, dass es uns gelungen ist, die AXA im Markt der beruflichen Vorsorge als Komplettanbieterin zu positionieren.“

Tiefzinsniveau beschäftigt AXA Winterthur noch lange

„Wir gehen davon aus, dass uns das Tiefzinsniveau noch lange beschäftigen wird“, sagt CEO Antimo Perretta zum spürbaren Einfluss eines weiter gesunkenen Zinsniveaus auf die Performance aller Anlageklassen der AXA Winterthur. Dieser Einfluss hat sowohl im Leben- als auch im Nichtleben-Bereich zu einem rückläufigen Anlageergebnis geführt.

„Wir sichern uns am internationalen Finanzmarkt konsequent gegen Währungsrisiken ab, was uns vor Verlusten bewahrt hat“ erklärt Perretta und verweist zugleich darauf, dass die Kosten für die Währungsabsicherung seit dem SNB-Entscheid allerdings deutlich angestiegen sind, was sich auf den Reingewinn 2015 ausgewirkt hat.

Die digitale Transformation hat hohe Priorität

AXA Winterthur hat laut Antimo Perretta im letzten Jahr wichtige Schritte unternommen, um innovativer und agiler zu werden. Dazu tragen die 2015 lancierte Unternehmensstrategie 2020 ebenso bei wie flachere Hierarchien, die Stärkung der Spezialisten-Karriere sowie ein neues kollaboratives Führungsverständnis zum besseren Umgang mit Veränderung, berichtet AXA Winterthur. Konkrete Ergebnisse seien bereits sichtbar, fährt der Versicherer fort und nennt Beispiele:

  • Die AXA Winterthur ist als eines der ersten Unternehmen in der Schweiz auf „Smoope“ vertreten, einer in Deutschland bereits sehr erfolgreichen Messenger-App für Unternehmen.
  • Mit dem firmeneigenen Kundenservice-Lab gehe man neue Wege im Kundenkontakt, berichtet der Versicherer.
  • Innerhalb des neuen Ressorts «Transformation & Market Management» hat die AXA Winterthur im letzten Jahr zudem den Innovationsbereich klar gestärkt.

Seit Kurzem pflegt die AXA Winterthur darüber hinaus eine intensivere Zusammenarbeit mit dem Impact Hub Zürich und bindet ihn aktiv in ihren Innovationsprozess ein. Zusätzlich ist der Versicherer am weltweiten „AXA Strategic Venture“ Programm, beteiligt, um „innovative Schweizer Start-ups zu fördern“. Im Frühjahr 2016 werden Mitarbeitende der AXA Winterthur beispielsweise in einem Pilotversuch das Angebot des Start-ups Popupoffice testen, das in den urbanen Zentren der Schweiz inspirierende Arbeitsplätze für mobile Wissensarbeiter schafft.