Knapp positives Unternehmensergebnis für Helsana

Die Helsana Gruppe erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2015 ein Prämien-Volumen von knapp sechs Milliarden Franken sowie ein knapp positives Unternehmensergebnis von 16 Millionen Franken. Das Ergebnis kam durch ein gutes Anlageergebnis zustande, durch das ein versicherungstechnisches Minus ausgeglichen wurde. Die für 2015 ermittelten Zahlen lassen sich allerdings nicht direkt mit denen aus 2014 vergleichen, weil die Helsana-Gruppe die neuen Zahlen nach einem neuen Standard zur Rechnungslegung ermittelt hat. Für 2016 sieht sich das Unternehmen finanziell solide aufgestellt und bereit für die Zukunft.

Die Prämien stiegen. Die Kosten aber auch.

Trotz der Nutzung des neuen Standards lassen sich allgemeine Vergleiche zwischen den Zahlen 2014 und 2015 ziehen. Laut Aussage von Helsana waren die Prämieneinnahmen 2015 mit 5,982 Milliarden Franken höher als 2014. Allerdings gab es im Jahresvergleich auch einen Anstieg der Leistungskosten auf 5,876 Milliarden Franken.

Der Kostenanstieg sei in sämtlichen Kostenarten zu beobachten gewesen und nach wenigen Jahren mit tieferem Kostenwachstum wieder auf dem langfristigen Niveau von mehr als vier Prozent gelandet, berichtet Helsana. Die Kostentreiber in der Sparte „KVG“ (Versicherungen nach Krankenversicherungsgesetz) waren Arztkosten, Kosten für Physiotherapie und Spitex sowie Medikamenten-Kosten.

Gründe für die Kostenzunahme in diesen Bereichen sieht Helsana in der Zunahme der zugelassenen Spezialisten, in der angestiegenen Zahl an Physiotherapien und Spitex-Aufenthalten sowie in auslaufenden Massnahmen zu Kostendämpfung in der Medikamenten-Versorgung. Bei den Versicherungen nach VVG (Versicherungsvertragsgesetz) waren die Spital-Zusatzversicherungen die Kostentreiber.

Mehr Ausgaben als Einnahmen in der Grundversicherung

In der KVG-Sparte lag die Combined Ratio bei 103,7, was Helsana auf stärker als angenommen gestiegene Leistungskosten zurückführt. Die Combined Ratio beziffert das Verhältnis von Kosten (Betrieb und Leistungen) und Einnahmen (Prämien), wobei eine Combined Ratio über 100 für mehr Ausgaben als Einnahmen steht.

Die angestiegenen Leistungskosten seien auch der Grund für einen Prämienanstieg, der 2016 nach mehreren Jahren moderater Anstiege deutlich stärker ausgefallen ist, heisst es in der Helsana Pressemitteilung zum Thema. Besser sah die Combined Ratio in der VVG- sowie in der Unfallsparte der Helsana-Gruppe aus. Sie lag bei 98,9 beziehungsweise 97,2.

Die Kosten: allgemeine Herausforderungen für Krankenkassen

Steigende Kosten sind nicht nur eine Herausforderung für die Helsana-Gruppe, sondern für viele Krankenkassen. Das zeigt ein Blick auf die Taschenstatistik der Kranken- und Unfallversicherung (Ausgabe 2015), die vom Schweizerischen Bundesamt für Gesundheit herausgegeben wird. Laut Statistik lagen die durch Krankenkassen bezahlten Leistungen 2004 bei knapp 16,31 Milliarden Franken. 2013 waren es bereits 24,03 Milliarden und 2014 dann 24,65 Milliarden Franken.

Aussagekräftiger sind aber andere Kennzahlen, die die Leistungskosten in Bezug zu den Prämieneinnahmen setzen oder auf die Anzahl der Versicherten aufteilen. 2004 kosteten die bezahlten Leistungen 90,4% der Prämieneinnahmen, während es 2013 bereits 96,2% waren. 2014 ging es wieder ein wenig zurück: auf 95,4%. Die durchschnittlichen Leistungen pro erwachsenem Versicherten lagen 2004 bei 2.611 Franken/Jahr. 2013 erreichte der Wert 3.445 Franken/Jahr und 2014 waren es 3.485 Franken/Jahr.

Finanziell solide und bereit für die Zukunft

Helsana ist finanziell solide und bereit für die Zukunft, schrieb die Helsana-Gruppe, auch wenn der  versicherungstechnische Verlust der Gruppe mit minus 137 Millionen Franken letztlich noch etwas höher als budgetiert ausfiel. Berechnet wurden die Zahlen 2015 erstmals mithilfe des zeitgemässen Standards zur Rechnungslegung Swiss GAAP FER, weshalb ein direkter Vergleich mit Vorjahreszahlen schwierig ist.

Helsana blickt laut eigener Angaben trotz schwieriger Marktlage und wieder stärker ansteigenden Kosten zuversichtlich in die Zukunft. Das Unternehmen möchte weiterhin eine führende Rolle im Schweizer Gesundheitswesen spielen und das Gesundheitswesen „in Richtung einer wettbewerblichen, qualitativ hochstehenden und zugleich bezahlbaren Gesundheitsversorgung für alle mitprägen“. Bezüglich der Kundenwahrnehmung möchte das Unternehmen in die Top 3 der Branche vorstossen.