Reinigen nach Auszug: Was muss man tun? Was nicht?

Wie reinigt man eine Wohnung nach dem Auszug richtig? Die Wohnungsübergabe sorgt öfter einmal für Streit zwischen dem ehemaligen Mieter und seinem Ex-Vermieter. In der neuen Zeitschrift „M&W” des Mieterinnen- und Mieterverband Deutschschweiz wird beispielsweise ein Fall dokumentiert, bei dem die Vermieterin vom ausziehenden Mieter gefordert hat, die Wohnung allergiefrei zu reinigen, weil der Nachmieter ein Allergiker ist. Regula Mühlebach hat in der „M&W” die Frage beantwortet, ob der Mieter solch einer Forderung nachkommen muss.

Allergiefrei reinigen: Muss man?

Um es kurz zu machen: Nein. “Selbstverständlich sollte man auf einen kranken Menschen Rücksicht nehmen und ihm Anteilnahme entgegen-bringen”, schreibt Regula Mühlebach. Das sei allerdings bei der Farge des allergiefreien Reinigens keine Rechtspflicht. Falls so etwas gefordert wird, wäre zudem das Mass zumutbarer Rücksichtnahme zweifelsohne überstiegen, heisst es in der Antwort Mühlebachs weiter.

Letztlich muss übrigens auch die Vermieterin die Wohnung NICHT für den Nachmieter allergiefrei reinigen. Laut „M&W” hat sie nur für Räumlichkeiten in normal sauberem Zustand zu sorgen, sofern sie dem Nachmieter nicht “ausdrücklich etwas anderes zugesichert” hat. Der Nachmieter muss also im Zweifelsfall selbst dafür sorgen, dass er als Allergiker in der Wohnung wohnen kann. Unter Umständen, so Regula Mühlebach, unterstützt ihn eine Patientenorganisation oder eine Gesundheitsliga jedoch finanziell bei der Spezialreinigung der Wohnung.

Die gesetzliche Grundlage: Artikel 267 und 267a OR

Die gesetzliche Grundlage für das, was der Vermieter vom Mieter beim Auszug fordern kann, sind die Artikel 267 und 267a im Obligationen-recht. Hier heisst es in Artikel 267: „Der Mieter muss die Sache in dem Zustand zurückgeben, der sich aus dem vertragsgemässen Gebrauch ergibt.” In Artikel 267a heisst es dann: „Bei der Rückgabe muss der Vermieter den Zustand der Sache prüfen und Mängel, für die der Mieter einzustehen hat, diesem sofort melden. Versäumt dies der Vermieter, so verliert er seine Ansprüche, soweit es sich nicht um Mängel handelt, die bei übungsgemässer Untersuchung nicht erkennbar waren. Entdeckt der Vermieter solche Mängel später, so muss er sie dem Mieter sofort melden.“

Nun lässt Gesetzestext oft einiges an Interpretationsspielraum. Der Mieterinnen- und Mieterverband Deutschschweiz dokumentiert deshalb einige Fallbeispiele, die zeigen, was genau bei einem Auszug zu reinigen ist. So kann etwa oft auf eine Reinigung verzichtet werden, falls der Vermieter die Wohnung nach dem Auszug des Mieters renovieren möchte. Ist eine Reinigung nötig, gehört auch das Schamponieren eines eventuell vorhandenen Teppichs dazu.

Bisweilen muss der Mieter Zusatzkosten tragen, um die Wohnung ordnungsgemäss übergeben zu können. Laut Wohnungsabgabe.ch gilt das etwa, wenn Kosten für den Rückbau respektive die Instandstellung von nicht bewilligten Erneuerungs- oder Änderungsarbeiten durch den Mieter anfallen oder wenn Kosten für Beschädigungen fällig sind, welche auf vertragswidrigen Gebrauch des Mietobjekts zurückzuführen sind.

Mieterbund kann helfen. Rechtsschutzversicherung auch!

Im Konfliktfall kann der Mieterbund mit dem Mieter abklären, welche Rechte und Pflichte er beim Auszug im individuellen Fall hat. Die passende Rechtsschutzversicherung kann ebenfalls eine qualifizierte Beratung bieten und auch dafür sorgen, dass der Mieter vor Gericht juristisch vertreten wird.