Schweiz: Risiko arbeitsrechtlicher Streitigkeiten steigt

Die Zahl arbeitsrechtlicher Auseinandersetzungen, um die sich die AXA-ARAG Rechtsschutz AG kümmert, hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 10% erhöht, während die Schadenskosten sogar um 25% gestiegen sind (Vergleich Februar 2016 und Februar 2015). Der Versicherer macht dafür die herausfordernde Wirtschaftslage verantwortlich, die Arbeitgebern und Arbeitnehmern in der Schweiz zu schaffen macht. Konkret genannt wird beispielsweise die Aufhebung des Euro-Mindestkurs.

Viele Unternehmen haben Arbeitsstellen reduziert

Laut Aussage des Versicherers hat die Aufhebung des Euro-Mindestkurs im Januar 2015 viele Unternehmen in arge Schwierigkeiten gebracht. Viele reagierten darauf durch Streichung von Arbeitskräften oder durch die Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland. Dass der starke Franken für Schweizer Unternehmen ein Problem sein könnte, zeigt beispielsweise die Deloitte CFO-Umfrage für das 4. Quartal 2015. 33% der in der Umfrage befragten Unternehmen beurteilten die Schweizer Konjunktur-Aussichten für die nächsten zwölf Monate negativ, während nur 24 % eine positive Beurteilung abgaben.

Auch vorher gab es schon Anzeichen, dass Probleme auftreten könnten. Nahezu 50% der befragten CFO denken an eine Reduzierung der Mitarbeiterzahlen in den nächsten zwölf Monaten. „61 Prozent setzen auf einen Einstellungsstopp und 57 Prozent auf einen Lohnstopp“, berichtete beispielsweise Handelszeitung.ch im Juli 2015 und bezog sich ebenso auf eine Deloitte Umfrage und zwar auf die fürs zweite Quartal 2015.

„Grosse Industriekonzerne und Finanzdienstleister haben Massenentlassungen angekündigt und auch kleinere und mittlere Unternehmen werden weitere Arbeitsplätze abbauen müssen“, heisst es aktuell bei der AXA-ARAG Rechtsschutz AG. Der Versicherer verweist darauf, dass die Schweiz 2015 erstmals seit langer Zeit eine höhere Erwerbslosenquote als Deutschland ausgewiesen hat und dass der Trend gemäss SECO negativ bleibt.

Bei der Entwicklung der Erwerbslosenquote spielt die AXA-ARAG Rechtsschutz AG auf das dritte Quartal 2015 an: Damals waren 237.000 Personen in der Schweiz erwerbslos, was ein Plus um 7.000 gegenüber dem Vorjahr bedeutete. Die Schweizer Erwerbslosenquote lag damit bei 4,9% und höher als in Deutschland (4,4%). Als weitere Gründe für einen erhöhten Kostendruck auf die Firmen sieht der Versicherer aktuell Konjunkturabkühlung, Globalisierung sowie „die mit der Digitalisierung einhergehende Preistransparenz“.

Die angespannte Lage führt zu mehr und heftigeren Streit

Laut AXA-ARAG spiegelt sich die angespannte Situation auf dem Arbeitsmarkt in den Kundenanfragen, die im Rechtsdienst des Versicherers eingehen. Besonders Kündigungen seien für Versicherte schwierige Situationen, in denen sie ihre Ansprüche möglichst schnell durchsetzen möchten. Schliesslich gehe es allzu oft um existenzielle Probleme, sodass die Emotionen entsprechend stark seien.

„In vielen Fällen ist daher keine gütliche Einigung möglich. Stattdessen muss der Fall vor Gericht ausgefochten werden. „Je nach Streitgegenstand belaufen sich die Rechtskosten dann schnell auf einen fünf- oder sogar sechsstelligen Betrag“, so Jürg Schneider, Leiter des auf Arbeitsrecht spezialisierten Rechtsdiensts bei der AXA-ARAG.

Rechtsschutz kann im Arbeitsrecht helfen

Bei problematischen Kündigungsfällen und anderen Streitfällen rund ums Arbeitsrecht gilt wie bei allen Streitfällen: Man sollte versuchen, den Streit auf kleinstmöglicher Ebene zu schlichten. Besitzer einer passenden Rechtsschutzversicherung können sich dafür von Anfang an Rat bei der telefonischen Rechtsberatung holen und so abklären, wie sie am besten vorgehen. Muss der Rechtsstreit vor Gericht ausgetragen werden, übernimmt AXA-ARAG für Versicherte mit einer passenden Rechtsschutzversicherung die anfallenden Gerichts- und Anwaltskosten.